Immer bekam der Bruder, weil er behindert war, viel mehr Aufmerksamkeit als sie. Und dann soll sie auch noch Schuld sein am Tod des Bruders. Es dauert sieben Jahre, bis die Tochter – wieder zurück aus Amerika – vor der Tür steht, jetzt selbst alleinerziehende Mutter eines Sohnes. Aber das Trauma sitzt tief und die Mutter braucht lange, bis sie versteht, wie grausam sie damals war, bei aller Liebe. Der Vater hat es da viel einfacher. Souverän inszeniert und voll mit großartigen Dialogen voller Tiefe und Einfühlsamkeit, erzählt dieser Film vom Schicksal der sog. „gläsernen Kinder“, die man übersah, weil die Geschwister alle Aufmerksamkeit brauchten. Die Versöhnung ist schwer, aber sie ist möglich, nicht zuletzt wegen eines klu gen Nachbarn und den ebenso klug eingreifenden alten Freundinnen. Aber auch, weil das Unglück sich um ein Haar fast wiederholt hätte ...